Terassendach oder Carport – brauche ich eine Baugenehmigung für meine Überdachung?

Ob Sie eine Baugenehmigung für Ihr Projekt brauchen, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Sie sollten Ihr Bauvorhaben besser im Vorhinein von der zuständigen Baubehörde prüfen lassen, als nach Fertigstellung eine Strafe, oder noch schlimmer, einen Rückbau zu riskieren. Vertrauen Sie daher nicht auf gut gemeinte Ratschläge.

Baugenehmigung: Abhängig von vielen Faktoren

Ob Sie eine Baugenehmigung brauchen, ist unter anderem von folgenden Faktoren abhängig und lässt sich daher nicht pauschal beantworten:

  • In welchem Bundesland wohnen Sie?
  • Wie groß ist Ihr Bauvorhaben? (z.B. Tiefe der Überdachung)
  • Wie sind die Gegebenheiten rund um das Baugrundstück? (z.B. Abstand zur Grundstücksgrenze)

Weiter unten erhalten Sie Informationen, welche Anträge, Auszüge und Karten Sie für einen eventuellen Bauantrag benötigen. Da die Bestimmungen von Bauamt zu Bauamt regional jedoch verschieden sind, sollten Sie sich immer die baurechtlichen und bauplanungsrechtlichen Bestimmungen einholen. Falls Sie vor Ort bestätigt bekommen, dass Sie keine Baugenehmigung benötigen, lassen Sie sich dies in jedem Fall schriftlich dokumentieren.

Übrigens: Das verwendete Material spielt bei der Antragstellung keine Rolle!

Überdachung: Oft ist keine Baugenehmigung erforderlich

In unserem Einzugsgebiet Nordrhein-Westfalen brauchen Sie in der Regel bis zu einer Fläche von 30 m2 und einer Tiefe von 4,50 Metern keine Baugenehmigung. Individuelle Faktoren spielen aber auch hier eine große Rolle:

  • der örtliche Bebauungsplan
  • Mindestabstand zu den Nachbarn (i. d. R. 3 Meter)
  • Schneelastgrenzen
  • statische Anforderungen
  • zugelassene Baustoffe
  • Brandschutzbestimmungen
  • Denkmalschutz
  • Belüftung und Belichtung der hinterliegenden Räume
  • Ist die Überdachung Teil eines größeren, genehmigungspflichtigen Bauprojekts?

Daher unsere Empfehlung: Setzen Sie sich mit dem zuständigen Bauamt in Verbindung und kündigen Sie Ihr Bauvorhaben an. Falls Sie keine Baugenehmigung benötigen, sparen Sie sich viel Papierkram. Falls doch, haben wir Ihnen im Folgenden eine Auflistung der benötigten Karten, Anträge und Auszüge zusammengestellt und kurz erläutert.

Mindestabstand zum Nachbarn beachten

Mit Nachbarn sollte man sich nicht streiten. Daher sollten Sie Konflikte vermeiden und den Nachbarn von vorne herein über Ihr Bauvorhaben informieren. Wichtig ist dies vor allem dann, wenn der Mindestabstand zum Bespiel bei einer Doppelhaushälfte nicht eingehalten werden kann. Wichtig sind vor allem die Abstände zu den jeweiligen Grundstücksflächen. Diese werden in §6 der jeweiligen Landesbauordnung geregelt. Hier kann es von Vorteil sein, sich gegebenenfalls rechtlichen Rat einzuholen. Im besten Fall bekommen Sie von allen Nachbarn eine schriftliche Einverständniserklärung. Sofern alle Vorschriften eingehalten werden, reicht es aus den Nachbarn mit einer Kopie der Baugenehmigung über Ihr Vorhaben zu informieren.

Vorsicht bei Schnee- und Windlast

Je nach Region kann es in Deutschland, aber auch in Nordrhein-Westfalen zu unterschiedlich starken Schneefällen und Windstärken kommen. Daher ist es bei der Planung Ihrer Überdachung essentiell wichtig, wie viel Schnee bei Ihnen fallen kann und welche Windlast Ihre Überdachung standhalten muss.
Schneelast: Deutschland ist in verschiedene Schneelastzonen eingeteilt. Es werden fünf Schneelastzonen (1, 1a, 2, 2a und 3) unterschieden. Die Schneebelastung nimmt von Zone 1 bis Zone 3 zu. Informationen zu der Schneelast Ihrer Region finden Sie problemlos unter www.schneelast.info. Für jede Überdachung ist ein Mindestwert abhängig von der Zone in der Statik anzusetzen. Dieser berechnet sich wie folgt:

Windlast: Ähnlich wie bei der Schneelast ist auch die anzusetzende Grundlage für die Berechnung der Windlast in Deutschland von Region zu Region verschieden. (Siehe Abbildung rechts). Das Berechnen der Windlasten für Ihre Überdachung ist leider so komplex, dass dies den Rahmen dieses Ratgebers
sprengen würde. Einen guten Anhaltspunkt für die Berechnung von Windlasten finden Sie jedoch hier:
https://rechneronline.de
Quelle: https://commons.wikimedia.org

(https://creativecommons.org/licenses/by/2.5)

Vorgehensweise für den Bauantrag

Wer nicht Gefahr laufen möchte eine Strafe zu kassieren und eventuell auf eigene Kosten einen Rückbau seiner Überdachung vornehmen zu müssen, sollte rechtzeitig vor Beginn den Bauantrag stellen. Erfahrungsgemäß kann es trotz Vollständigkeit der Unterlagen manchmal einige Wochen, manchmal Monate dauern, bis ein Antrag genehmigt ist. Bleiben Sie geduldig, hartnäckig aber freundlich und bestimmt. Um das Verfahren zu beschleunigen, sollten sämtliche Anträge und Unterlagen bereitliegen. Mit Ihrem Angebot der Aluterr GmbH erhalten Sie die Typenstatik Ihrer zukünftigen Überdachung sowie
die Kosten des Bauvorhabens, an der sich die Kosten für die Antragstellung orientieren. Trotz dieses ausführlichen Überblicks über alle Dokumente empfehlen wir Ihnen vor Einreichung Ihres Bauantrags Ihre zuständige Behörde zu kontaktieren und alle bauplanungs- und baurechtlichen Maßgaben für Ihre Überdachung abzuklären. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, haben wir Ihnen am Ende dieser Seite eine Checkliste für Ihr Vorhaben zusammengestellt.

Was brauche ich alles für eine Baugenehmigung?

1. Einen Vordruck für einen Bauantrag im vereinfachten Genehmigungsverfahren. Diesen erhalten Sie bei Ihrem örtlichen Bauamt oder Ihrem Architekten. Im Gegensatz zur umfassenden Baugenehmigung ist der Prüfungsaufwand und -umfang im vereinfachten Genehmigungsverfahren wesentlich geringer. So erhalten Sie die Ihre Genehmigung schneller und kostengünstiger. Für das vereinfachte Verfahren benötigen Sie eine Unterschrift
des Architekten oder Statikers unter dem Antrag.

Bauantrag

2. Eine Baubeschreibung. Hier sind alle notwendigen Angaben des Bauvorhabens anzugeben. Auch hierfür gibt es einen amtlichen Vordruck, den Sie beim zuständigen Bauamt oder im Internet erhalten.

Bauantrag

3. Eine Bauzeichnung im Maßstab 1:100. Diese erhalten Sie von uns. Ansonsten empfehlen wir, die üblichen Farben und Symbole zu nutzen.

Bauantrag

4. Eine Berechnung des umbauten Raumes oder auch Brutto-Rauminhalt genannt. Damit wird das Volumen der Überdachung bezeichnet. Zur Berechnung nehmen Sie die Maße der äußeren Kanten der Überdachung, ergo die Dachfläche (Länge x Breite) und multiplizieren Sie mit dem höchsten Punkt des Objektes.

Brutto Rauminhalt =
Länge (Außenkanten) x Breite (Außenkanten) x Höhe (höchster Punkt)

5. Einen Auszug aus der Flurkarte / Liegenschaftskarte mit Eintragungen und Bemaßung der Überdachung. Diese erhalten Sie im Internet: https://www.geoportal.nrw

Wählen Sie unten rechts den Menüpunkt „Infrastruktur, Bauen und Wohnen“ aus und geben Sie anschließend oben links die Adresse ein. Auf der rechten Seite haben Sie die Möglichkeit Zeichentools auszuwählen und anschließend die Grafik herunterzuladen. Die Liegenschaftskarte ergänzt die Angaben des Grundbuchs in Bezug auf die bildliche Darstellung des Eigentums an Grund und Boden.

Bauantrag

6. Die amtliche Basiskarte (vormals Deutsche Grundkarte) im Maßstab 1:5000. Diese finden Sie unter:
https://maps.regioplaner.de

Nach dem Aussuchen des Ausschnitts lassen sich mit Klick auf das Drucker-Symbol die Ausschnitte auswählen und drucken.

Die Amtliche Basiskarte ist die Schnittstelle zwischen der eigentumsorientierten Liegenschaftskarte und den topographischen Landeskartenwerken.

Bauantrag

7. Eine Übersicht über die Baukosten. Diese dient der Gemeinde als Grundlage für die Berechnung der Baugenehmigungsgebühren. Dazu können Sie ganz einfach unser Angebot als Grundlage nehmen. Hierzu ist eine Excel-Tabelle mit allen Kosten empfehlenswert.

8. Einen Erhebungsbogen für die Baustatistik des jeweiligen Bundeslandes. Diesen finden Sie unter:

https://www.statistik-bw.de

Den Erhebungsbogen können Sie direkt auf der Seite ausfüllen. Sobald Sie am Ende dieses Prozesses auf „Drucken“ klicken, werden die von Ihnen online eingegebenen Daten zugleich direkt und sicher an das Statistische Landesamt übermittelt. Ihren ausgedruckten Erhebungsbogen übergeben Sie bitte trotzdem unbedingt Ihrem zuständigen Bauamt, welches noch einige zusätzliche Daten auf diesem Bogen eintragen muss.

Bauantrag

9. Eine statische Berechnung Ihres Projekts. Eine Typenstatik Ihrer jeweiligen Überdachung erhalten Sie auf Wunsch von uns.

10. Unter besonderen Umständen sind folgende Anträge und Pläne ebenfalls notwendig.
10.1 Amtlicher Lageplan: Sofern Baulasten eingetragen werden müssen. Dieser wird von einem öffentlich bestellten Vermesser erstellt.
10.2 Nachbarschaftserklärungen: Sofern Sie eine Grenzbebauung zu den Nachbargrundstücken vornehmen oder falls Sie die Baugrenzen des Bebauungsplans überschreiten. Stimmt Ihr Nachbar diesem nicht zu, wird die Baubehörde keine Genehmigung ausstellen.

Bauantrag

10.3 Befreiungsantrag falls eine Grenzbebauung zu den Nachbargrundstücken vorgenommen wird. Da sich eine Grenzbebauung auf die Privatsphäre des Nachbarn auswirkt, ist von ihm ein Einverständnis zur Grenzbebauung notwendig. Zwar können Sie im Bauantrag eine Befreiung von der Einhaltung der Abstandsflächen beantragen, aber der betroffene Nachbar wird dennoch vom Bauamt informiert. Im Genehmigungsverfahren wird die Meinung des Nachbarn hinzugezogen und er kann Widerspruch gegen die Baugenehmigung einlegen.

11. Tipp: Seien Sie hartnäckig aber freundlich. In den jeweiligen Bauämtern arbeiten auch nur Menschen. Mit einem Lächeln geht so mancher Vorgang doch schneller als erwartet. 😉

In 6 einfachen Schritten zu Ihrer Wunschüberdachung:

  1. Planen Sie Ihre Überdachung (Lage, Größe, Material) und lassen Sie sich von uns ein Angebot erstellen  (hier Angebot anfordern)
  2. Holen Sie sich die Zustimmung von Nachbarn
  3. Erkundigen Sie Sich nach den rechtlichen Vorgaben bei dem zuständigen Bauamt Ihrer Region
  4. Stellen Sie den Bauantrag und reichen alle Unterlagen ein
  5. Baugenehmigung erhalten? Herzlichen Glückwunsch. Melden Sie sich bei uns!
  6. Vereinbaren Sie einen Termin mit uns zur Montage für Ihr Wohnzimmer im Freien.

Kurzform/Checkliste: Was brauche ich alles für eine Baugenehmigung?

  1. Bauantrag im vereinfachten Genehmigungsverfahren
  2. Baubeschreibung
  3. Bauzeichnung im Maßstab 1:100
  4. Berechnung des umbautes Raumes
  5. Auszug aus der Flurkarte / Liegenschaftskarte
  6. Amtliche Basiskarte
  7. Übersicht über die Baukosten
  8. Erhebungsbogen für die Baustatistik
  9. Statische Berechnung
  10. Unter Umständen:
    1. Amtlicher Lageplan
    2. Nachbarschaftserklärungen
    3. Befreiungsantrag für die Grenzbebauung

Zeichnungen:

  1. Bauantrag
  2. Bauvorhaben Antrag
  3. Bauzeichnung 1:100
  4. Berechnung des Umbautes Raumes
  5. Auszug aus der Flurkarte
  6. Amtliche Basiskarte -> Screenshot aus PDF
  7. Baustatistik -> Screenshot von Internetseite
  8. Typenstatik
  9. Muster